23 Januar 2006

Nachrichten von der Front II

Und hier die neuesten Nachrichten von der Front:
Viel Arbeit.
Das waren die Nachrichten von der Front.

Damit Euch aber nicht komplett das Gesicht einschläft, poste ich hier den Flyer, den ich für die Theaterproduktion von der da gebastelt habe. Anonymisiert, versteht sich.


Bleibt vertikal!
Mel

PS: Was das Fussindiewandrammen angeht: Sie hat es wieder gatan. Während einer Probe. Jetzt inszeniert sie mit Krücken. Ha, ha!

08 Januar 2006

Nachrichten von der Front

Nein: Ich bin nicht tot. Ich bin noch nicht einmal annähernd unter der Erde. Weder hat mich eine führerlose Dampfwalze überfahren, noch der Grippevirus verfrüht und ungestüm aus dem blühenden Leben gerissen. Es ist vielmehr so:

Eigentlich sind wieder mal die Frauen schuld. Genauer gesagt: die da, wie könnte es auch anders sein. Mit ihr, dieser treulosen Tomate, dieser launischen Grossstadt-Göre, dieser unerträglich talentierten Zicke schreibe ich nämlich gerade an einem Theaterstück, und natürlich geht's um, na? Liebe, Sex und den ganzen Krempel. Und die Proben laufen schon. Und alles muss natürlich ganz schnell gehen. Und naja, was eigentlich also?

Passt auf: Also erliege ich der Versuchung und lass das Blog einfach mal so im digitalen Kühlschrank liegen und hoffe heimlich, dass es sich von selbst schreibt. Jetzt, lacht nicht, ich sag Euch mal was. Denkt ja nicht, ich hätte Euch vergessen oder im Stich gelassen oder würde mich einfach mal so mit 40 Jungfrauen im Hammam rumtreiben.

Dafür oute ich mich jetzt, quasi als Friedensangebot: Ich gehöre zu den Kondomhassern. Jawohl, Kondomhassern. Jetzt stellt nicht gleich die Lauscher auf. Jetzt denkt nicht gleich, ich würde mich hier irgendwie seuchenfördernd verhalten. Nein. Trotzdem gibt es viele Gründe, Kondome zu hassen, die da hauptsächlich sind:

1. Der Geruch. Penetrant bis zum Abwinken. Kriecht in alle Poren, bleibt da und begleitet alles Folgende als stummer, missgünstiger Zeuge.

2. Gefühlsecht? Das ich nicht lache. Ha, Ha! - Ha! - Ha, ha, ha! Gefühlsecht aber kreuzweise. Mein lieber Scholli.

Jetzt aber gerade: Affaire angefangen mit Frau. Und wisst ihr was? Sie hasst die Dinger so, da bin ich ein Waisenknabe gegen, ein grüner. Jetzt höre ich Euch rufen: 'Pah! Was bleibt Euch übrig? Keine Wahl! Geruch hin, gefühlsecht her!' Aber da habt ihr Euch geschnitten. Nichts steht geschrieben. Wir machen den beschissenen Test. Und wenn's für eine einzige Nacht ist. Und dann, meine Lieben: Kommt das Latex dahin, wo es hin gehört. In die Hölle. Yes, Sir!

Das spinnt doch, das Virus.

Ach ja, und: Frohes Neues. Bleibt vertikal. Seid glücklich. Be safe!

22 Dezember 2005

FRANK & FEE - Die Soap! (3)

Hallo, herzlich willkommen und hier ist sie wieder, die Soap über das gesunde Zusammenspiel von Sex und Gewalt. Aber bringen wir uns doch zunächst in Erinnerung, was bisher geschah:

In
Episode Eins: Der Wurstmensch lernen wir Frank & Fee kennen. Sie ermorden den Wurstmenschen und werden sich wieder ihrer gegenseitigen Liebe bewusst. In Episode Zwei: Der Ufo-Kongress erfahren wir einiges über Fees ambivalentes Gefühlsleben.

Warum also werfen wir heute nicht einen genaueren Blick auf Frank, der gerade, wie so oft, noch spät nachts in seinem Büro sitzt und arbeitet. Arbeitet?


EPISODE DREI
MAGIC HOUR

FADE IN:

INT. FRANKS BÜRO - NACHT

Das Büro ist dunkel. Nur eine kleine Tischlampe erhellt FRANKS Gesicht, der am Schreibtisch sitzt. Im Aschenbecher qualmt eine Zigarette verwahrlost vor sich hin. Frank hat den linken Ärmel seines Hemds hochgekrempelt und ein aufgeklapptes Taschenmesser in der Hand, mit dem er sich…

…eine fingerlange Wunde in den Oberarm schneidet. Er beisst auf die Zähne. Blut fliesst seinen Arm entlang und tropft auf den Linoleumboden.

Er wischt das Messer ab und verstaut es in der Schublade. Er zieht an seiner Zigarette, atmet tief durch und schliesst die Augen.

                                                  FRANK
                                    Das Problem ist: Äpfel aus dem
                                    Treibhaus. - Sie sehen aus wie
                                    Äpfel, aber sie schmecken wie
                                    Papier. - Ich meine: Fee, zum
                                    Beispiel. Sie liebt mich. -
                                    Wunderbar, werden Sie jetzt
                                    sagen. - Nix wunderbar. Fucking
                                    Zeitbombe, sage ich. - Denn: Sie
                                    irrt sich. Sie weiss es nur noch
                                    nicht. Ich weiss es besser. Ich
                                    kenne mich. - Das Problem ist…

Er schweigt und starrt an die Decke.

                                                  FRANK
                                    Das Problem ist: Alles an mir
                                    ist… blüäch! - Meine Gefühle.
                                    Meine… Sehnsüchte. - Durchschnitt!
                                    
Er zieht nachdenklich an seiner Zigarette, schüttelt den Kopf und blickt uns direkt an.

                                                  FRANK
                                    Sogar meine Abgründe sind
                                    Durchschnitt. Und das ist
                                    wirklich… schlimm.
                                    Unverzeihlich. - Das Problem
                                    ist: Sie liebt mich, weil sie mich
                                    nicht kennt. Nicht gut genug. -
                                    Irgendwann kriegt sie’s raus.
                                    Irgendwann wird sie mich
                                    wirklich kennen - so, wie ich
                                    mich kenne - und dann wird
                                    sie mich fallenlassen. - Hinter
                                    sich werfen. - Wie einen Apfel
                                    aus dem Treibhaus.

                                                  STIMME
                                    Frank?

                                                  FRANK
                                            (sieht auf)
                                    Ja?

                                                  STIMME
                                    Heul doch.

                                                  FRANK
                                    Merci. Sehr hilfreich.

                                                  STIMME
                                    Ich sage zwei Worte: Drei mal.

                                                  FRANK
                                    Drei Mal zwei Worte?

                                                  STIMME
                                    Drei mal… warst du heute auf
                                    dem Betriebsklo, hast dir einen
                                    von der Palme gewedelt und an
                                    die neue Sekretärin gedacht. -
                                    Wie heisst sie nochmal…?

                                                  FRANK
                                    Moment. Was… - Woher weisst
                                    du das?

                                                  STIMME
                                    Mitzi? Moni?

Schweigen. Plötzlich versteht Frank.

                                                  FRANK
                                            (leise)
                                    Du kannst in meinen Kopf sehen. -
                                    Nicht wahr?

Schweigen.

                                                  FRANK
                                            (wird rot)
                                    Das gefällt mir gar nicht.

                                                  STIMME
                                    Keine Sorge. Ist nichts drin, was nicht
                                    reingehört. He, he.

Schweigen. Frank verdreht die Augen.

                                                  FRANK
                                    Mimi. Sie heisst Mimi.


                                                  STIMME
                                    Frank?

                                                  FRANK
                                    Ja?

                                                  STIMME
                                    Was willst du eigentlich?

                                                  FRANK
                                            (wie aus der Pistole
                                             geschossen)
                                    Ich will schreiben. - Ich will eine
                                    Geschichte schreiben. Über eine
                                    Frau. Wenn du’s genau wissen
                                    willst.

                                                  STIMME
                                    Eine Frau?

                                                  FRANK
                                    Eine Frau, die nur versucht,
                                    ehrlich zu sein. Und darum alle
                                    Menschen um sich herum…
                                    zugrunde gehen. - Alle begehren
                                    sie, alle lieben sie, aber sie kann
                                    nicht bleiben; sie muss weiter
                                    und hinterlässt eine Schneise
                                    der Einsamkeit, und…

Stille.

                                                  FRANK
                                    …und niemand kann etwas dafür.
                                    - Es ist einfach so.

                                                  STIMME
                                    Das ist eine Parabel aufs Leben, was?

                                                  FRANK
                                            (überlegt)
                                    Ja, tatsächlich. - Das ist… gut. Danke.

                                                  STIMME
                                    Bitte. Hab ich aus deinem Kopf,
                                    nicht aus meinem.

                                                  FRANK
                                    Was ist denn in deinem Kopf?

                                                  STIMME
                                    Fragen. - Wir sind ein Team.
                                    Ich habe die Fragen, du die
                                    Antworten.

Frank nickt. Er öffnet die Schublade, nimmt das Taschenmesser hervor und klappt es auf. Die Schneide blitzt. Er sieht sie an.

                                                  FRANK
                                    Und jetzt? Findest du mich auch
                                    durchschnittlich?

                                                  STIMME
                                    Wer stellt hier eigentlich die
                                    Fragen, du oder ich?

FADE TO BLACK.


Anregungen für zukünftige Episoden werden gerne entgegengenommen.
© 2005

19 Dezember 2005

Russische Seele


Also, Freunde, hört mal zu, wenn etwas ein normaler Tag ist, dann kann es gut sein, dass ich bis Mitternacht vor dem Leuchtschirm sitze und so meine Sachen schreibe. Und dann, dann zwinge ich meine Espressomaschine zu einer letzten Heldentat, schnappe mir das Buch, das ich gerade lese und setze mich in die süsse kleine Lounge, die - ist kaum zwei Monate her - ein Schulfreund meinerseits praktischerweise gleich gegenüber aufgemacht hat.

Dort sitze ich dann und lese und seh den Mädels zu, wie sie bei indirekter Beleuchtung die Dinge tun, die Mädels eben so tun, wenn es Abend ist und sie kurz vor Börsenschluss nochmal alles auf eine Karte setzen.

Heute, passt auf, da komme ich nicht zum Lesen. Weil nämlich: Fast leer, und zwei Paare an der Bar, und ich setz mich hin, und die Typen quatschen miteinander, und die Mädels fangen an, mir quer durch den Raum ihre Lieblingssongs zuzurufen, weil sie mich irrtümlicherweise für den DJ halten.

Dann tipselt die Eine mal probeweise rüber zu mir. Russin. Jung. Und ihr müsst wissen, ich kann sie gut leiden, die Russen und dieses Dings, das sie mit der Seele haben, und ihre Schriftsteller und all das. Und diese Russin? Hübsch ist sie, Himmel, und traurige Augen hat sie, und einen Mund aus Marzipan. Und ihre Brüste, lasst mich gar nicht erst von ihren Brüsten reden, die haben mich glatt verstrahlt, da konnten auch die Textilien nichts daran ändern.

Das Gespräch findet auf Englisch mit Euro-Akzent statt.

Sie: Wer bist du denn?
Ich: Mann. Das ist eine komplexe Frage.
Sie: Nee, uff: Dein Name!
Ich: (mein Name)
Sie: Oh, mein Gott, das ist ein russischer Name!

Das ist eigentlich nur bedingt korrekt, aber weil ich ihr in Gedanken schon längst das Höschen über die Wolga-Knie schiebe, nicke ich nur und grinse, als hätte ich mir den Namen eigenhändig gegeben.

Sie: Ich komme aus (gedehnt) Moskau…
Ich: Ich habe in Moskau studiert. Theater.
Sie (reisst die Augen auf): In Moskau! (flüstert) Ich hole meinen Drink!

Sie geht, kehrt aber nochmal um.

Sie (verschwörerisch): Er darf nicht eifersüchtig werden, Achtung!

Ich sehe mir ihn an. Mann Mitte fünfzig, mit blauem Pullover über der Schulter, wie ein Serien-Arzt.

Sie: Er ist Chirurg (Bingo). Berühmt. Er heisst (Brabbelbrabbel)! - Wie heisst Du?

Hm.

Ich wiederhole meinen Namen, und wir spielen die ganze Sache mit der russischen Begeisterung ein zweites Mal durch. Dann geht sie ihren Drink holen und tappelt ein paar Anstandsminuten um ihren Mann herum.

***
Licht an: Kurze Pause. Erdnüsse! Schokolade! Zigaretten! Licht wieder aus.
***

Sie kommt zurück.

Sie: Du warst in Moskau. Warum?

Ich erkläre es noch Mal. Wir sprechen über Dostojewskji (leidenschaftlich, zerrissen, anders als Chechov), dann sagt sie:

Sie: Ich bin so einsam hier. - Er ist ein Star. Aber ich? Ein Haustier.
Ich: Tut mir leid, das zu hören.
Sie (flüstert): Gib mir deine Karte.
Ich: Ich habe keine Karte.

Sie zieht eine Schnute und sieht mich böse an. Trotzdem legt sie ihre Hand auf mein Bein.

Sie (lasziv): Wo finde ich dich?
Ich: Hier. Oft. Spät.

Reflexartig schiele ich zu ihrem Mann rüber. Habe ich mich gerade mit seiner Frau zu ausserehelichem Sex verabredet?

Als würde er es spüren, schlendert Pullover-Mann jetzt zu uns herüber. Sein Gesicht ist aufgeschwemmt, und er wirkt wie jemand, der nicht lange wünscht, sondern gleich kauft. Fräulein Moskau legt sofort eine andere Platte auf und hängt sich an ihn, als hätte sie keine eigenen Beine, auf denen sie stehen könnte.

Sie (euphorisch): Das ist mein Mann. Ich liebe ihn! Oh, wie ich ihn liebe, usw.!

Der Pullover-Mann und ich sehen uns ihre Vorstellung artig bis zu Ende an.

Ich (vorsichtig): Hallo.
Er (misstrauisch): Hallo. (zu ihr) Komm, wir gehen.
Sie: Das ist… (zu mir) Wie heisst du?

Namen sind wie Kaugummis: Wenn man zu lange auf ihnen herumkaut, verlieren sie den Geschmack. Ich werde nervös. Denn ich frage Euch: Was nützt mir die ganze Verschwörung, wenn sie zu betrunken ist, um sich morgen daran zu erinnern?

Also nochmal: russischer Name, Begeisterung, ect.

Er: Schön. Komm, wir gehen.

Er schlendert zurück zu dem zweiten Paar, das ihn so stürmisch empfängt, als wäre er jahrelang in der sibirischen Tundra verschollen gewesen und gerade erst zurückgekehrt.

Ich: Liebst du ihn?
Sie (verzieht das Gesicht): Njäh! - Aber weisst du: Manchmal muss man sich entscheiden. Zwischen Liebe… und Karriere.

Ich sehe sie an. Die junge Russin, die den alten Sack mit der fetten Kohle geheiratet hat.

Ich: Ich gehe jetzt.
Sie: Du lässt mich einfach hier stehen?
Ich: Heute, ja.
Sie: Aber das nächste Mal nicht?
Ich: Nein. Das nächste Mal nicht.

Ich gehe.

Wetten werden angenommen.

12 Dezember 2005

Bin Gleich Zurück

Oh, ich weiss es, Brüder, jetzt hab ich schon wieder tagelang nichts in den Blog gebrettert. Keine böse Absicht, im Ernst. Hab mich nur grade wieder mal von meiner Arbeit hinreissen lassen. Aber heute oder Morgen, ich versprechs, schlage ich wieder zu.
Ganz ehrlich.

02 Dezember 2005

Apokalypse Deluxe

Irgendwann sind wir alle tot. Das wurde mir gestern Abend bewusst, als ich meinen Duschvorhang zuzog.

Irgendwann sind wir alle tot. Dann explodiert auch noch die Sonne, und *wusch* ist auch all das Andere weg: Mozartsymphonien, Van Gogh-Bilder, Pyramiden, Dostojewskji, Cassavetes.

Basta.


Keine Erinnerung. Kein Bedauern. Tabula rasa.

Wir sind flüchtig und durchsichtig. Wir hinterlassen keine Spur.

Wir fliegen.

Seit gestern Abend geht's mir richtig gut. Zum Glück habe ich einen Duschvorhang.

29 November 2005

Obszöne Zwerge

Wie etwas vorschnell hier bereits versprochen, werd ich ab und zu mal ein paar Bilder in den Blog stellen. Hauptsächlich dann, wenn ich keine Zeit habe, neuen Mist zu erfinden, oder wenn ich einfach zu besoffen bin, um klar denken zu können. Aber hört mal zu, Leute, eins müsst ihr wissen: In Ermangelung einer anständigen Digitalkamera hab ich die Bilder mit der miserablen Fotze von meinem Handy fotografiert. Das heisst: Trash. So oder so.

Das Bild oben links heisst Der Igel und ist entstanden, kurz nachdem Diese Da mal eines Morgens von einem geträumt hatte. Ich war, ich muss es zugeben, hingerissen.

Zu unserer Rechten sehen wir ein Dingens mit dem Titel Warum zum Teufel spricht sie immer von ihrem Hund? Ja, warum zum Teufel tut sie das eigentlich? Warum glauben so viele Frauen, dass ich mich für ihre Köter interessiere? Ich bitte um Antwort.



Wenn ich Eure geschätzte Aufmerksamkeit nun wieder auf die linke Seite lenken dürfte. Dort sehen wir ein Blatt mit dem Titel Das Unausweichliche. Hier deutet sich bereits die latente Obszönität an, die so vielen von meinen Bildern anhaftet. Woran das liegt, weiss ich nicht.Vielleicht daran, dass ich nur ein Ohr habe. Oder daran, dass ich nur 1.32 gross bin. Da muss man nämlich innere Werte entwickeln, aber hallo. Kleine Brüste sind da gar nichts gegen!

21 November 2005

Scriptwriter's Finest

*Spotz!*

Meine Damen und Herren, hier spricht der Kapitän. Willkommen zu unserem kleinen Rundflug durch einige der besten Blogs englischsprachiger Drehbuchautoren. Wir bitten Sie, Ihre Sitze in eine aufrechte Position zu bringen und weisen Sie darauf hin, dass Ihre Handys aus Sicherheitsgründen während des gesamten Beitrags ausgeschaltet bleiben müssen. Danke.

The Artful Writer
ist der Haus- und Hofblog von Craig Mazin, der als Autor für einige wirklich gutgeschriebene Hollywood-Produktionen zeichnet, die meisten davon Komödien wie Scary Movie. Die Themen, die Mazin behandelt, zielen allesamt auf Handwerk und Leben des Drehbuchautors. Die Site wird von vielen anderen professionellen Autoren besucht, deshalb entwickeln sich regelmässig interessante Diskussionen um seine Artikel. Gute, präzise Denke.

SamAndJimGoToHollywood. Podcast. Sehr, sehr lustig. Die zwei Freunde haben ihre Restaurants irgendwo im mittleren Westen verkauft und sind mitsamt ihren Frauen und frischgeschlüpften Babies nach Hollywood gezogen, um Drehbuchautoren zu werden. In ihren Podcasts thematisieren sie äusserst witzig die Hölle, durch die sie gehen, die Geburt ihrer Kinder, warum Studio-Sekretärinnen und Wasserflaschen ein und dasselbe sind und (Triumph!) wie sie endlich ihre erste Serie an ABC verkauft haben. Am besten alles hören, von Anfang an.

JohnAugust.com: Was haben Big Fish, Corpse Bride, Charlie and the Chocolate Factory, Charlie's Angels und Go gemeinsam? Richtig: John August hat sie geschrieben. Der Mann hat einen eigenen Blog, auf dem sich, wie bei Craig Mazin, in etwa die üblichen Verdächtigen herumtreiben. Wer also zum Beispiel Corpse Bride mochte, kann hier nachlesen, was sich der Autor höchstpersönlich bei diesem Schluss gedacht hat.

Query Letters I Love: Einen Query Letter schreibt ein Autor, wenn er einem Produzenten in wenigen Worten den Inhalt seines Scripts schmackhaft machen will. Die schlechtesten, schlimmsten und unglaublichsten dieser Eingänge hat ManagerGuy auf seine Site gestellt; gleichsam als abschreckendes Beispiel. Lustig und lehrreich; ab und zu bleibt ein etwas fragwürdiger Nachgeschmack, weil man sich hier offensichtlich über die ehrlichen Bemühungen anderer lustig macht. Aber die Welt ist gerecht: ManagerGuy ist diesen Sommer verstorben, die Site wird - ihm zu Ehren - trotzdem weitergeführt.

Lack Of Faith: Josh Friedmans Blog wurde hier schon einmal erwähnt und hat sich seither auch in der deutschsprachigen Kommunity zu einem Geheimtip entwickelt. Hier nochmal für alle, die das erste Mal verpasst haben: Lesebefehl. Friedman ist der Mann hinter War Of The Worlds, und sein Blog ist so böse, lustig und bissig, dass man nur vor Neid erblassen kann.

Wordplayer.com: Terry Russio ist (zusammen mit Ted Elliott) verantwortlicher Autor für Filme wie Man In Black, Zorro, Pirates Of The Caribbean, The Road To El Dorado, Aladdin und Shrek. Himmel, was wollt Ihr noch? Neben einem sehr interessanten Forum möchte ich hier noch einmal auf zweierlei hinweisen: Erstens auf seine Kolumnen - hervorragende, klug und witzig geschriebene Essays, in denen er diverseste Themen rund um's Schreiben abhandelt. Zweitens auf seine erlesenen Gastautoren, unter denen sich Cracks wie Stephen King, Craig Mazin oder Walter Parkes befinden. Sitemap findet Ihr hier. Learn from the best!

So, das war's fast schon für heute aus der Griffelküche. Aber bevor wir landen, noch zwei kleine Zückerchen obendrauf:

Script-O-Rama: Wer mal die Drehbücher zu seinen Lieblingsfilmen lesen will, findet hier mit ziemlicher Sicherheit das, was er sucht.

Moviecliches.com: Alle Clichés der Filmwelt, schön sortiert nach Stichworten. Wer sich auch schon gefragt hat, warum ein Held unbesiegbar wird, sobald er sein Hemd auszieht, oder warum im Film jeder, aber wirklich jeder ein Telefon neben seinem Bett hat, der ist hier genau richtig.

Meine Damen und Herren, in wenigen Sekunden ist unser kleiner Rundflug zu Ende. Wir hoffen, Sie hatten eine angenehme Reise und wünschen Ihnen einen interssanten Aufenthalt in all dem, was sie fälschlicherweise für die Realität halten.

*Spotz!*

19 November 2005

Melville über Melville

Ein Stöckchen wurde mir zugeworfen, von einer einzelnen Dame. Und glaubt es mir ruhig, die könnte mir noch so einiges mehr zuwerfen, ohne dass ich es ihr je übelnähme. Ehrensache, verfluchte. Ich gehöre allerdings zu dieser Sorte Promenademischungen, die erst dann loslaufen, wenn das Stöckchen beinahe schon zu Erde zerfallen ist.


Also hier, hrr, wuff, wuff, exklusiv für Euch, das Stöckchen, Fade In:

  1. Männlich oder weiblich?

Ich bin, das will ich betonen, durch und durch ein Mann. Klassisch. Ich halte Frauen Türen auf und fange Kugeln für sie ab. Wenn gerade mal keine Frauen da sind, werde ich nervös. Aber ich bin gottsjämmerlich froh, nicht selbst eine zu sein. Immer dieses Zeugs mit dem Gebären und der Menstruation, dieses Herumschleppen von Handtaschen, die Arzttermine, uh.

  2. Wo wünscht du dir im Moment zu sein?

Ich bin zwar froh, keine Frau zu sein, aber neugierig wäre ich dann doch: Also, wenn ich schon mal wünschen darf, dann wünsche mir, im Körper einer Frau zu sein. Einfach mal so, heut Nacht. Um zu sehen, wie das so ist. Am besten im Körper einer lesbischen Frau, die gerade die Sahneschnitte ihres Lebens aufgerissen hat; kleine Titten und glänzender Schmollmund und all das, mit der Zigarette so schief im Gesicht, Armeehosen und so weiter. Ihr versteht schon, sowas halt.

  3. Wenn du einer geliebten Person genau eine Sache sagen wolltest, was wäre das?

Wenn Du je mein Leben brauchst, dann komm und nimm es.

  4. Was denkst du über deine besten Freunde?

Zuerst finde ich diese Frage blöd pauschal, aber dann denke ich nach und finde zu meinem Erstaunen heraus, dass meine wenigen guten Freunde so einiges gemeinsam haben: Sie sind sich selbst treu, zum Beispiel. Sie haben kein weiches Brötchen in ihrer Brust, sondern ein Herz. Sie sind tapfer. Sie nehmen es mir nicht übel, wenn ich sie zwei Monate nicht anrufe. Sie sind mutig. Interessanterweise sind sie allesamt sehr sensibel, obwohl auf unterschiedlichste Art. Sie haben Humor. Ein guter Freund von mir hat seine Karriere sausen lassen, weil seine Freundin krank wurde. Dafür liebe ich ihn.

  5. Was tust du für gewöhnlich Freitag nachts?

Unterschiedlich. Oft schreibe ich. Oft zieht's mich raus in den Club. Ob ihr's glaubt oder nicht, Leute, passt auf: Ich tanze tierisch gern. Nicht nur, wenn sich die Schweiz für die WM qualifiziert hat. Oder ich geh ins Kino, in die Spätvorstellung, und hau mir was amimässig Explodierendes in die Birne, futtere zwei Dingens Popkorn und versuche, den Mädels unter die Röcke zu gucken. Oder ich geh mit Haruki Murakami in die Kneipe um die Ecke. Ich hoffe, der lebt noch lang und schreibt noch viele Bücher. Lesebefehl.

  6. Und was wünscht du dir im Moment zu tun?

Ich würde jetzt gern flirten. Am liebsten mit Der da, der ich dieses Umfragedings verdanke. Obwohl, die ist ja praktisch schon verheiratet. Und hat so einen Tick mit Kinderschokolade. Übrigens, passt auf, ich finde, flirten, das ist so eines dieser tollen Worte, die genau so klingen, wie das, was sie beschreiben. Flirten muss leicht sein, etwas nach Parfüm und Schmetterling duften, virtuos muss es sein. Und genauso klingt es. Humorlose Leute können nicht flirten, habt ihr darüber schon mal nachgedacht? Klasse.

  7. Was denkst du über deinen Job?

Schreiben ist geil. Filme schreiben sowieso. Ultimativ eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Die Rahmenbedingungen sind manchmal echt anstrengend. Denn ob ihr's glaubt oder nicht, der Autor hat oft mal gar nix zu sagen. Weil die Produzenten, die sagen nämlich. Und nicht zu knapp. Und der Regisseur, der sagt. Und wenn du Pech hast, wachst du auf und merkst, dass du es mit feigen Vollidioten zu tun hast, tumben Nachäffern mit einem Korken im Arsch, die von Tuten und Blasen keinen Schimmer haben. Und einen Pimmel, so klein wie eine Eidechse in der Hochdruckkammer. Und ich Idiot habe den Vertrag unterschrieben und meinen Hintern verkauft. Dann fühlt ihr euch, passt auf: Wie ein Pilot, der in stockdunkler Nacht auf ein unbeleuchtetes Flugfeld steuert und bemerkt, dass die Typen im Tower alle schlechtes LSD gefressen haben.

  8. Wie fühlst du dich in eben diesem Augenblick?

Gut, danke der Nachfrage. Etwas müde. N bisschen horny.

  9. Was denkst du über Drogen und Alkohol?

Himmel, geht's euch noch gut? Was ne Frage. Also, was denke ich über Alkohol und, was war das noch? Ach ja, Drogen. Ich nehme beides, und beides selten. Irgendwie bin ich natur-high. Sex auf Koks ist gut. Aber Sex ist ja auch ohne Koks gut, also, was solls? Die meisten Menschen finde ich auf Alkohol und Drogen langweiliger und nerviger als nüchtern. Mich inklusive.

  10. Wenn du einer verhassten Person genau eine Sache sagen wolltest, was wäre das?

Oh, das mache ich alles mit den Augen. Ihr glaubt gar nicht, wie kalt und böse ich gucken kann. Zum Schauern und Zähneklappern, sage ich Euch. Wenn ich wen so angucke, hat der eine Woche lang die Schultern an den Ohren.

  11. Momentaner Lieblingssong?

Mittelpunkt der Welt von den einfach immer wieder guten Element of Crime.

  12. Irgendeinen Ratschlag für den Rest der Welt?

Die innere Welt rettet dich. Nicht der Rest.

That's all, Folks. Und natürlich werfe ich das Stöckchen weiter. Und zwar an Anke, weil sie so nen guten Blog hat. Und Sebas. Weil der jetzt auch mal was schreiben soll. Und Malcolm, damit der in den Ferien was zu tun hat. Ach so, und natürlich Weltregierung, weil ich nicht erwarten kann, was der aus den Fragen macht.

Cheers.

17 November 2005

OLÖH! OLÖHOLÖHOLÖH!

Ja! wir sind an der WM! Wir sind, wir sind, wir sind an der WM! Trotz Höllenküche, trotz fliegender Kebabs, Tiefschlägen in der Katakombe, trotz Hurren Son: Frei und Ich ficke ihre Mutter. Ich bin fertig, völlig alle, abgelutscht, ausgelöffelt! Gestern das Spiel gesehen im bis in die letzte verschlunzte Ecke unerträglich überfüllten Club eines Freunds, und es war nicht der Schweiss, der Dampf, das Geschrei oder das wie Wasser geschüttete Bier, das uns alle verband, es war der gemeinsame Ritt durch die Hölle; das alles zusammenschweissende, gnadenlose Zellophan von 98 Minuten Fussball Total.


Und jetzt: Ja! Ja, ja, ja, wir sind, wir sind an der WM! Football's coming home, und Mensch, ging's mir plötzlich gut in diesem Club. Was war bloss los mit mir, plötzlich hatte ich an jedem Finger eine Frau, wurde umtanzt, zugeflirtet, abgetatscht, vollgelächelt, eingeflüstert, e-mail-Adressen wurden mir zugesteckt, ich konnte nicht mal Zigaretten holen gehen, ohne von einer Wildfremden zugeknutscht zu werden.

Ich liebe es, ich liebe es, das Leben. Und alle Fussballer der Schweizer Nationalmannschaft. Und alle, die ich sonst kenne.

Und die neue Scheibe von Element of Crime, die liebe ich auch. I love you all! Thank you!

16 November 2005

Eject: Orient

So, zurück und putzmunter. Zuerst: Mein Gepäck ist noch in Casablanca. Was es dort macht, ist nicht ganz klar, aber hoffentlich amüsiert es sich gut.

Folgendes werde ich jetzt tun:

- Ein paar Fotos online stellen, die ich aber zuerst aufpeppen muss, weil nur mit Handy geschossen.
- Kurzen Bericht zur Lage der Nation verfassen.
- Mich mit Dünne Ratte anlegen, der mich über den Tisch ziehen will.

Ausserdem und exklusiv: Mich als Maler outen und ein paar Bilder hochpuffen.

Hoffe, euch geht's gut und ihr seid kregel, erfolgreich, glücklich und geliebt!

06 November 2005

Gruss aus dem Hexenkessel

Leute, der Pot kocht; sicher. Aber gegen den Markt in Marrakesh ist das gar nichts, lasst es euch gesagt sein. Da brodeln die Suppen, fliegen die Haendler, zucken die Cobras, tanzen die bettelnden Krueppel mit flackernden Flammen und zischendem Oel um die Wette.

Der riesige Marktplatz brennt ein gleissendes Zeichen aus Rauch und Feuer in die schwarze, kuehle Tinte der Nacht. Ist lange her, dass ich zum letzten Mal meinen eigenen Augen nicht getraut hab.

02 November 2005

Allah ist gross!

Morgen gehe ich zehn Tage nach Marrakech. Keine Regisseure, Produzenten, kein Labtop, dafür mein Bruder, mit dem ich schon lange nicht mehr allein in den Ferien war. Hurrah!

28 Oktober 2005

Frühstück in Köln

Hab Heute Freitag Abend in Köln zu tun.

Hat zufällig jemand Lust auf Frühstück Samstag Morgen?

Wäre mir eine Ehre.

23 Oktober 2005

Revolver & Revolte

Wer das Revol Magazine noch nicht kennt, der ist ab sofort selber schuld. Das Geschwisterpaar Dante und Debbie Carlos bringt alle zwei Monate eine neue Ausgabe des Kunstmagazins ins Internet. Gerade ist die sechste Ausgabe erschienen. Guckst Du!

20 Oktober 2005

A Little German

Zitat aus dem Abrahams/Zucker-Film TOP SECRET:

A: Do you know any German?
B: Oh, I know a little German. He's right over there!

Via 'El Duderino' Fun Joel

18 Oktober 2005

Die gute Nachricht

Aber es gibt auch Dinge, die laufen gut. Überraschend, aber gut. Zum Beispiel das Projekt mit Rübezahl. Dazu vielleicht irgendwann mehr.

17 Oktober 2005

Produzenten sind feige Schweine

Warnung: Aufgrund eines heute mit DÜNNE RATTE, dem Produzenten eines deutschen Privatsenders geführten Gespächs folgt nun die einseitige Verurteilung eines Berufsstandes. Zur Nachahmung empfohlen.


Produzenten sind feige Schweine.

Glaubt mir eins, Brüder und Schwestern: Mit ganz wenigen Ausnahmen halten Produzenten den Zuschauer für ein dumpfes, bescheuertes Tier, dem man immer denselben Mist vorzusetzen hat.

Mit diesem Argument rechtfertigen diese Herren ihre eigene Mittelmässigkeit. Sie sind Diebe, die schamlos zusammenstehlen, was irgendwo schon einmal irgendwie funktioniert hat, ihren eigenen Senf draufschmieren und am Ende den ganzen Dreck mit dem Etikett kommerziell zu Tode prügeln.

Das, finden sie dann mit süffisantem Lächeln, wird der Feelgood Movie des Jahres. Und den von ihnen abhängigen Angestellten bleibt nichts anderes übrig, als pflichtschuldigst Applaus zu spenden. Bei Kritik führen diese Herren dann wiederum - mit bedauerndem Schulterzucken - die berühmte Dummheit der Zuschauer ins Feld, die diesen Käse angeblich sehen wollen.

Diese Leute bescheissen Euch von vorne bis hinten, lasst es Euch gesagt sein.

Am Abend, nach getaner Arbeit, gehen sie in den Club; Zigarren rauchen und mit sonorer Stimme über Visconti labern. Und natürlich lamentieren sie – so sicher wie das Popcorn in der Pause - seufzend vor dem Kaminfeuer über die stetig sinkende Qualität der hiesigen Filmszene.

Soll ich euch mal was sagen: Ich hasse sie, diese eitle, aufgeblasene, talentfreie Ignoranz. Deshalb: Leistet Widerstand. Guckt Euch den Dreck nicht an. Lasst die Typen ins offene Messer der abgestürtzen Quote und öffentlichen Ächtung laufen!

Diese Säcke haben nichts Besseres zu tun, als die Elfen aus dem Wald zu stehlen und in ihre Mäusemühlen zu zwingen. Sollen sie doch alle an ihrer selbstgefälligen Dummheit verrecken. Kein Funken Ehre im Leib, die Kerle.

Aber nur Geduld. Irgendwann werden sie dafür bezahlen.

Shalom.

PS: Sollte DÜNNE RATTE diesen Blog lesen: Hey, Hoheit, ist doch nur Spass. Ehrlich. Alles läuft bestens, was glauben Sie denn: Ich bin jung und brauche das Geld!

08 Oktober 2005

Der frauenfeindliche Limerick der Woche

Erzähl mir von deinen Sorgen;
dein ganzes Herz tu mir borgen!
Und mit den Wimpern
Darfst auch du klimpern.
Aber bitte, Puppe, erst Morgen!

06 Oktober 2005

Krieg Der Welten

Sagt mal, Leute, wisst Ihr eigentlich, wie man eine Sitcom dreht? Ich erlebe das gerade hautnah mit (nein, ich habe sie nicht geschrieben), also, ich erlebe das gerade hautnah mit, und ich sage Euch, Brüder und Schwestern: Die spinnen, die Griechen.



1. TAG

Lesung des frisch auswendig gelernten Texts (25 Seiten) Fernseh-Redakteur GRAUER WOLF (Lederjacke, Calvin-Klein-Look) macht einige Anmerkungen.
Proben mit Regisseur KOMPETENTER BÄR im Bühnenbild (Grosse Halle, darin ein ganzes Hotel, das sich zu einer Seite hin öffnet. Dort werden in 5 Tagen die Zuschauer sitzen). Am Abend sind fast alle Szenen durchgeprobt. (zum Vergleich: Etwa 20mal schneller als im Theater)

2. TAG

Restliche Proben.
Nach etwa 12 Stunden Arbeit: Erster vollständiger Durchlauf der gesamten Folge. Vor dem Mittagessen.
Bis zum Abend werden alle Szenen noch mal geprobt.

3. TAG

Durchlauf im kalten Probelicht und in Kostüm vor den Verantwortlichen: GRAUER WOLF, KOMPETENTER BÄR und Produzent DISKRETER DALMATINER; sowie natürlich den diversen Kostüm-, Masken- und Ausstattungsleuten.
Die Oligarchie zieht sich zur Beratung zurück und…
…erscheint wieder. WOLF in piefiges Schweigen gehüllt, BÄR seinen Schauspielern Mut zusprechend, DALMATINER diskret sowie kryptisch lächelnd.
Nach dem Mittagessen: Proben von vorn.

4. TAG

Plötzlich ist der Raum voll von Kamera-, Ton-, und Lichtleuten. Vier Kameras, zwei Kräne, um den Ton zu angeln. Jede Szene wird so gespielt und gedreht, dass sie live geschnitten werden kann. Nachmittags um 15:00 ist diese Arbeit getan. Das Filmteam eines Kinofilms hätte für diese Arbeit, zum Vergleich, etwa die 40fache Zeit benötigt.
Am Abend gibt es eine voll Aufnahme vollen Durchlauf in Kostüm, vor den üblichen Verdächtigen. In den letzten paar Stunden haben die Schauspieler gelernt:
- wann sie wie in welcher Kamera zu agieren haben
- wann sie zu "verzögern" haben, weil andere Vorgänge aufgenommen werden
- wo sie in der Totale und wann Close zu sehen sind; also wie gross für welche Kamera wann zu spielen haben.
Danach: Visionierung. Die Schauspieler sehen sich mit KOMPETENTER BÄR die Sitcom auf dem Flatscreen an und merken sich, wo sie zu früh oder zu spät sind, wo sie zu gross oder zu klein spielen.

5. TAG

Alle Szenen werden mit allen Technikern und Schauspielern noch einmal durchgestellt und durchgeprobt. Das geht, wenn man Glück hat, bis 19 Uhr. 20 Uhr: Aufzeichnung vor den Zuschauern.

WOCHENENDE

Schauspieler lernen am Wochenende den Text für die nächste Folge.

Gesamtdauer der ersten Staffel: 17 Wochen.

Leute, Leute. Hier ein Bekenntinis: Ich bin, zugegeben, stolz darauf, dass ich so kinolastig unterwegs bin. Aber heute, heute mache ich eine Flasche auf für jeden einzelnen von diesen Sitcom-Playern.

Sie sind unglaublich. Mögen sie lange leben!